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Struktur der Gemeinde.
Abschluss.
Zuallererst möchte ich diese Darstellung als Plädoyer für Gemeinde verstanden wissen. Nur hier kann Christus durch das gegenseitige Dienen der Mitglieder unter einander dafür sorgen, daß die Willigen in die Fülle der Erlösung gelangen. In einem christlichen Einzelgängertum ist ein solches Bemühen so gut wie aussichtslos. Das gilt jedoch auch für Mitglieder von Gemeinden, deren Gros sich in der Rechtfertigung findet, und sich in dieser Position derart auf die eigenen Vorstellungen in Lehre und Leitung versteift haben, daß Christus keinerlei Zugang zum Verändern findet. Diese mit Blick auf die Gemeindestruktur verkürzte Auslegung der Sieben Sendschreiben zeigt vor der Hand vor allem auf die außerordentliche Vielfalt von tatsächlichen Ausgestaltungen, die Christus aus der zunächst einmal recht einfach erscheinenden Strukturierung der Gemeinde zustande bringen kann. Menschliches Bemühen, diese Vielfalt in Lehren, Regeln, Systemen, Schemen oder dergleichen fassen zu wollen, muß da offensichtlich scheitern. Angesichts dieses Umstandes sind menschliche Autoritäten, welche in der Gemeinde auftreten und die Bewegungen steuern wollen, unangebracht. Wo noch diese Ambitionen bestehen, erweist sich geringe geistliche Reife, denn wer in der Gemeinde der Größte sein will, sei aller anderen Diener.(Mar.10,42-45.) Um aber ein solcher Diener sein zu können, muß er der Gleichgestalt mit Jesus näher gekommen sein,(Röm.8,29.) was in der hier gebrauchten Ausdrucksweise heißt: Er muß zumindest im Stadium der Heiligung leben. Erst in dieser Position hat Christus die Möglichkeit, durch ihn mit Weisheit und Durchblick zu wirken, weil das Wirken der natürlichen Autonomie im Gläubigen soweit überwunden wurde, daß eine Leitung im göttlichen Sinne möglich ist, und persönliche Vorstellungen diese Gnade nicht mehr behindern. Amtsinhaber mit klar definiertem Aufgabenbereich und zugehöriger Autorität auf eine bestimmte Dauer wenn nicht gar auf Lebenszeit gibt es in der Gemeinde Jesu nicht. Hier stehen die Gläubigen zwar in ständiger Dienstbereitschaft, ihr Dienst tritt jedoch nur dann ein, wenn Christus sie zu einer definierten Aktion begabt und herausruft. Und er wird sich dazu jeweils die Person wählen, die im gegebenen Augenblick die geeignetste ist und nicht jene, die Christus in ähnlichem Fall bereits einmal autorisiert hat. Diese völlige Änderung der Amtsauffassung ist auch von der erarbeiteten Christus-Struktur ableitbar, denn die Gleichartigkeit der dynamischen Ämterabfolge und der persönlichen Reifungsstufen legt die Auffassung nahe, jedes Gemeindemitglied habe ein Amt. Die Bemerkung von Paulus, jeder möge etwas zum Ablauf einer Versammlung beisteuern, unterstreicht diese Auffassung.(1.Kor.14,26.) Allerdings möchte ich statt von 'Amt' lieber von 'Auftrag zum Dienen' sprechen, um jedem Entstehen eines falschen Autoritätsverständnisses entgegenzustehen. Die Autorität eines Dieners ist in der Zeit des Dienens durch Christus gegeben, und offenbart sich in der Qualität der Wirksamkeit, der Vollmacht. Sie ist keine dauernde Ausstattung sondern eine auf die Zeit des jeweiligen Dienstes begrenzte. Nach dem Ausführen des Auftrags Christi ist der Diener wieder ein Glied unter Gliedern in der Gemeinde, die Christus zum Haupt hat. Der Umfang eines Dienstes ist von vorn herein unterschiedlich, weil er von Christus bestimmt wird, der ihn nach seinem Maß austeilt. Eine solche Austeilung erfolgt aber bei allen Gliedern der Gemeinde, damit, wie Paulus sagt, "der ganze Leib ... sein Wachstum vollbringt nach der jeweiligen Wirksamkeit jedes einzelnen Teiles zu seinem eigenen Aufbau in der Gottesliebe".(Eph.4,7.+16.) Hier schimmert die Gemeinde Jesu durch. Und auch die Frage nach dem Verbleib der "Pastoren und Leiter" erhält hier eine Antwort, denn Christus ermöglicht ihnen, sich in Hingabe anzuschließen. Damit ist aber die Frage der Leitung in Jesu Gemeinde nicht geklärt, sondern bedarf weiterer Erörterung.
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